ZitierenZitierregeln

Zitierregeln

Allgemeine Regeln Spezielle Regeln Zitieren aus dem Internet

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Regeln

 

Regelungen für das Zitieren aus dem Internet

Obwohl wissenschaftlich relevante Kenntnisse und Erkenntnisse immer häufiger auch über das Medium Internet zugänglich gemacht werden, sieht sich das Zitieren aus dem Internet mit z.T. erheblichen Vorbehalten konfrontiert, die in der Praxis des wissenschaftlichen Arbeitens nicht selten regelrechte "Zitierverbote" zur Folge haben. Angesichts der geschilderten Probleme, die letztlich in die Frage der "Überprüfbarkeit" hinein münden, ist dies zwar auf der einen Seite verständlich, bedeutet aber andererseits die Ausgrenzung einer wesentlichen und schon heute nicht mehr zu umgehenden Informationsquelle.

Das Zitieren aus dem Internet gewinnt also zunehmend an Bedeutung und doch liegt noch keine einheitliche Verfahrens-Regelung vor. Derzeit diskutierte Vorschläge - wie etwa die von Runkehl; Siever (1) - gewinnen jedoch zunehmend an Konturen und sind auf dem besten Wege hin zu überzeugenden und dauerhaften Lösungen.

Der Quellenbeleg im Text sollte folgende Elemente beinhalten:

  • Name des Autors oder Herausgebers: Namen der für den Text verantwortlichen Personen oder Institutionen werden häufig leider nicht auf einer eigenen "Titelseite" genannt, sondern ergeben sich erst aus dem Text oder der Internetadresse. Lassen sich keine Namen ermitteln, sollte aus Gründen der wissenschaftlichen Präzision und Seriosität auf ein Zitat verzichtet werden.
  • Datum: Es sollte grundsätzlich das "sachdienlichste" Datum als Zeitangabe gewählt werden. Soweit vorhanden, ist dies das Datum der Veröffentlichung. Ist kein Veröffentlichungsdatum vorhanden, kann der "Aktualisierungshinweis" ("... diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am ...") benutzt werden. Fehlt auch diese Zeitangabe, ist das Datum anzugeben, an dem das Dokument eingesehen wurde.
  • Fundstelle: Die Benennung der genauen Fundstelle stellt für Internet Dokumente ein besonderes Problem dar, da aus Gründen der unterschiedlichen Darstellung in verschiedenen Programmen bzw. auf verschiedenen Bildschirmen eine konstante Seitenangabe nicht möglich ist. Eine Hilfe kann die Einteilung in besonders gekennzeichnete Abschnitte, Absätze, Kapitel sein, wie sie in manchen Internet Dokumenten vorgenommen wird. Liegt eine solche Lokalisationshilfe nicht vor, muss auf die Angabe der genauen Fundstelle im Quellenbeleg verzichtet werden.

Beispiel: (Muster 2001, Kapitel 3) oder (Muster 2001)

Die bibliographische Aufnahme sollte folgende Angaben beinhalten:

  • Name des Autors oder Herausgebers: Die Namen von Autoren oder Herausgebern entsprechen den Angaben im Quellenbeleg.
  • Erscheinungsdatum: Als Erscheinungsdatum sollte das Jahr der Veröffentlichung oder - wenn diese Angabe fehlt - das Jahr der letzten Aktualisierung genannt werden. Fehlt beides, wird an dieser Stelle statt einer konkreten Zeitangabe das Kürzel "o.J." (= ohne Jahr) eingefügt.
  • Titel des Beitrages: Ein Internetbeitrag ohne erkennbaren eigenen Titel büßt nicht zwangsläufig und grundsätzlich seine Zitierfähigkeit ein. In diesem Fall ist es durchaus legitim, eine den Inhalt angemessen wiedergebende Überschrift aus der Internetadresse oder dem Dateinamen - letztlich sogar aus dem inhaltlichen Kontext - abzuleiten. Ein nicht vorhandener Titel sollte weniger gravierende Konsequenzen haben als das Fehlen des Namens von Autor oder Herausgeber.
  • Internetadresse: Um jegliches Problem mit dem abschließenden Satzzeichen zu vermeiden ("gehört der Punkt zur Adresse?"), wird die vollständige Internetadresse in spitze Klammern (< >) gefasst und erst danach der abschließende Punkt gesetzt. Zur Vollständigkeit gehört im Falle einer Unterdatei die genaue Angabe der URL, wie sie in der Statuszeile oder unter Eigenschaften angezeigt wird.
    Mit der Begründung, dass nicht jede Person aus einer Adresse wie etwa <http://www.fh-kiel.de> auf das Medium Internet schließt, werden immer wieder "Vorworte" und Kennzeichnungen wie "Internet" oder "Internetadresse" empfohlen. Runkehl/Siever (2) lehnen dies allerdings ab, da das Internet bei Wissenschaftlern, Lehrern und Studenten eigentlich hinreichend bekannt sein sollte. Dieser Meinung schließe ich mich an.
  • Datum des Zitierens: Neben dem Erscheinungsdatum eines Dokumentes sollte grundsätzlich auch das konkrete Datum des Zitierens genannt werden. Diese Regelung ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass Inhalte aus dem Internet jederzeit verändert, verschoben oder sogar entfernt werden können und damit die Überprüfbarkeit eines Zitates nicht mehr ausreichend gesichert ist. Die exakte Angabe des Zitierzeitpunktes soll hier - wenn man so will - "Ersatzbeleg" für einen nicht mehr am genannten Ort vorhandenen Inhalt sein. Nicht ganz zu Unrecht sprechen Runkehl/Siever (3) in diesem Zusammenhang von einer Art "rechtfertigender Beweisführung", die in der Wissenschaft weder angebracht ist noch den tatsächlichen Nachweis der Existenz eines Inhaltes liefert. Trotz dieses berechtigten Einwandes stellt das Datum des Zitierens ein - wenn auch kleines - Indiz dar, mit dessen Hilfe eine Nachforschung möglich werden kann. Aus diesem Grunde darf auf das Zitierdatum in der bibliographischen Aufnahme nicht verzichtet werden. Das Datum sollte dabei im internationalen Format JJJJ-MM-TT (z.B. 2001-11-03) angegeben werden.

Beispiel: Lockenvitz, Thomas (2001): Techniken wissenschaftlichen Arbeitens. <http://www.thomas-lockenvitz.de/uebersicht_frame.htm> 2005-02-05.

 

 
(1) Runkehl, Jens; Siever, Torsten: Das Zitat im Internet. Ein Electronic Style Guide zum Publizieren, Bibliographieren und Zitieren. 3., korrigierte Aufl. Hannover: Revonnah 2001.
(2) Vgl. a.a.O, S. 94.
(3) Vgl. a.a.O., S. 96.