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Diplomarbeit

Das Schreiben einer Diplomarbeit sollte ...

... so nicht aussehen ... ... so aber auch nicht ... ... besser so!

 

Ein Wort vorweg!

Tipps und Empfehlungen zur "Diplomarbeit" könnten - mit dem Ziel, einen positiven Anfangsimpuls zu senden - mit Aufmachern versehen werden wie: "Diplomarbeit - leicht gemacht" oder "Locker durch die Diplomarbeit", vielleicht auch "Mühelos zum Diplom". Neben dem durchaus anerkennenswerten Umstand, dass solche und ähnliche "Muntermacher" tatsächliche eine positive Stimmung erzeugen können, sollte nicht verkannt werden, dass es sich inhaltlich um falsche Aussagen handelt.

Darum lassen Sie mich mit der Feststellung beginnen, dass eine Diplomarbeit nicht leicht und locker und schon gar nicht mühelos geschrieben wird. Im Kern ist sie eine zeitlich und inhaltlich umfangreiche Arbeit, die mit Anstrengung zu tun hat.

Eine systematische Planung jedoch, verbunden mit einer ebenso konsequenten wie kontinuierlichen Umsetzung lassen die Diplomarbeit - bei aller Mühe und Anstrengung - zu einem überschaubaren und zufriedenstellenden Projekt werden. Nicht zu Unrecht bezeichnet der französische Philosoph und Dichter Voltaire (1694-1778) Arbeit als den "Vater des Vergnügens".

 

In den Empfehlungen zur Gestaltung von Diplomarbeiten an der Fachhochschule Kiel, Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit, heißt es kurz und treffend: Eine Diplomarbeit "... muss die im genehmigten Titel formulierte Aufgabenstellung auf wissenschaftlicher Basis bearbeiten". Ähnlich formulieren es Rückriem/Stary/Franck (1): "Die Diplomarbeit beweist die Fähigkeit, mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden des gewählten Tätigkeitsfeldes selbständige konkrete Lösungsstrategien zu produzieren."

Bei einer Diplomarbeit handelt es sich also um die Bearbeitung einer wissenschaftlich relevanten Fragestellung mit Hilfe vorhandener Methoden und Kenntnisse. Dabei werden bestehende Kenntnisse zunächst reproduziert, um mit ihrer Hilfe geeignete Lösungsansätze zu produzieren. Die in einer Diplomarbeit entwickelten Lösungen müssen jedoch nicht völlig neu im Sinne unabhängiger Forschungsbeiträge, wie sie von Dissertationen verlangt werden, sein. Im Mittelpunkt stehen vielmehr die "... Sicherheit im Umgang mit den wesentlichen Methoden und Begriffen des Fachgebietes sowie die Fähigkeit zur selbständigen Materialbearbeitung und Problemdarstellung ..." (2).

Im Ergebnis gehören zur Diplomarbeit sowohl reproduzierende wie auch produzierende Elemente; nach Rückriem/Stary/Franck (3) besitzt sie sogar ein "... deutlich produktives Schwergewicht".

Phasen der Diplomarbeit

Bevor Sie sich konkret in das "Abenteuer Diplomarbeit" stürzen, stellen Sie fest, ob Sie über Kenntnisse bzw. "Schlüsselqualifikationen" verfügen, die für eine Diplomarbeit nicht nur hilfreich sondern genaugenommen unerlässlich sind.

  • Kennen Sie die formalen Rahmenbedingungen für Diplomarbeiten an ihrer Hochschule bzw. in ihrem Fachbereich? Welche Fristen gibt es, darf ein Thema zurückgegeben werden, wie viele Versuche gibt es bei Misserfolg, wie viele Exemplare müssen abgegeben werden? "Eine Abschlussarbeit wegen mangelnder Kenntnis der lokalen Sitten und Gebräuche zu verpatzen ist der dümmste Fehler, den es gibt" (4).

  • Haben Sie sich mit den für die Diplomarbeit relevanten Paragraphen und Passagen der Prüfungsordnung vertraut gemacht? Sie sollten sich unbedingt vorab noch einmal mit der für sie gültigen Prüfungsordnung beschäftigen.

  • Kennen Sie die Bibliotheken vor Ort - also nicht nur die Seminarbibliothek ihres Fachbereiches? Sind Sie mit den Ausleihmodalitäten vertraut, haben Sie einen Leihausweis?

  • Beherrschen Sie die gängigen Materialrecherchesysteme - vom klassischen Zettelkasten bis hin zur Literatursuche im Internet?

  • Sind Sie in elektronischer Textverarbeitung geübt? Wissen Sie, wie Sie eigene Formatvorlagen erstellen, ein automatisches Inhaltsverzeichnis und automatische Fußnoten anlegen können? Wollen Sie sich im "Einfinger-Suchsystem" durch ihre Arbeit quälen, oder sollten Sie besser rechtzeitig auf "Zehnfinger-Schreibsystem" umstellen?

... und erst dann sollten Sie loslegen.

1. Phase:

Thema & Betreuer

 

Ausgangspunkt einer Diplomarbeit ist die Suche nach

  • einem geeigneten Thema sowie
  • nach einem Betreuer.

Hier gilt es eine erste Entscheidung zu fällen. Wollen Sie über ein Thema ihrer Wahl schreiben, dann müssen Sie einen Betreuer finden, der das Thema annimmt. Wollen Sie sich auf einen bestimmten Betreuer festlegen, dann muss ein entsprechendes Thema gefunden werden.

Wahl des Themas:

Erstens:
"Wenn man nicht genau weiß, wohin man will, landet man leicht da, wo man gar nicht hin wollte." Bezieht man diese Aussage des amerikanischen Lernzielforschers Robert F. Mager (5) auf die Wahl des Themas einer Diplomarbeit, dann lautet der Appell: "Besser zu enge als zu weite Themen" (6).

  • Zu weit gefasste Fragen lassen sich nicht wirklich erschöpfend bearbeiten, sie beinhalten zudem die Gefahr der Verzettelung in immer neuen Facetten des Themas.
  • Gleichzeitig gilt jedoch: Die Fragestellung darf nicht unnötig einengen, indem sie keinerlei Raum für weitere Entwicklungen und Ergänzungen zulässt. Mit einem Wort: Der Titel sollte einen festen Rahmen abstecken, der noch "Luft zum Atmen lässt".

Zweitens:
Springen Sie mit ihrem Thema nicht in unbekannte Gewässer. Verwenden Sie möglichst viel von dem, was Sie ohnehin schon wissen oder können. Das spart nicht nur viel Zeit, es vermittelt gleichzeitig auch ein viel größeres Gefühl von Sicherheit. Denken Sie bei der Wahl des Themas daran, dass ein Thema ihres Fachgebietes zu wählen ist.

Drittens:
Schon jetzt - spätestens jedoch in der nächsten Phase der ersten Sachorientierung - sollten Sie sich Gedanken über den "Typ" ihrer Diplomarbeit machen:

  • Wollen Sie eine hermeneutische, eine Literaturarbeit also, oder eine empirische Arbeit schreiben? Auch eine Diplomarbeit mit hermeneutischen und empirischen Teilen ist möglich.
  • Wollen Sie eine enge Fragestellung konsequent verfolgen (wenn man so will: ein großes Thema), oder wollen Sie ihr Thema in unterschiedliche Segmente (wenn man so will: mehrere kleine Themen) aufteilen, die Sie später zu einer Gesamtarbeit zusammenführen?

Wahl eines Betreuers:

Vollkommen unverblümt stellt Walter Krämer (7) in diesem Zusammenhang fest: "Kein Hochschullehrer ist wie der andere, einige kümmern sich um ihre Schützlinge wie um ihre Kinder, andere kennen nicht einmal deren Namen. Einige halten Fußnoten für den Inbegriff von Wissenschaft, anderen sind Formalien egal".

Erfahrungsgemäß spielen bei der Wahl eines Betreuers verschiedene Gründe eine Rolle, so etwa

  • strategische Gründe: bei welchem Betreuer habe ich die größten Erfolgsaussichten?
  • inhaltliche Gründe: bei wem ist mein Thema am besten aufgehoben?
  • zwischenmenschliche Gründe: wem kann ich meine Sorgen und Ängste anvertrauen, wenn es Probleme mit der Arbeit gibt?
  • betreuungstechnische Gründe: brauche ich kleinformatige und regelmäßige Betreuung, oder bin ich lieber auf mich selbst gestellt?

Wählen Sie den Betreuer, der am besten zu Ihnen passt! Eine Hilfe können dabei auch die Auskünfte ehemaliger Kandidaten oder der Fachschaft sein.

Übrigens: Bedenken Sie, dass ihre Arbeit auch von einem Zweitgutachter gelesen und beurteilt wird.

2. Phase:

Erste Sachorientierung

Bevor Sie das Thema vertiefend angehen, sollten Sie sich einen Überblick verschaffen. Steindorf (8) nennt dies eine erste Sachorientierung. Dabei handelt es sich um eine zunächst noch eher ungerichtete Annäherung an das Thema im Sinne einer Ideensammlung.

  • Konsultieren Sie pädagogische Handbücher und Lexika, die in Themen einführen und dabei oft auch auf grundlegende Literatur verweisen.
  • Suchen Sie in den Literaturverzeichnissen von Standardwerken nach weiterführender Literatur.
  • Betreiben Sie eine Literatur- bzw. Materialrecherche in den Bibliotheken vor Ort sowie mit Hilfe virtueller Suchsysteme.
  • Die erste Sachorientierung ist eine Phase mit Raum für kreative Prozesse. Lassen Sie - auch durch Einsatz kreativer und assoziativer Techniken und Methoden wie Brainstorming, Mind Mapping, Morphologischer Kasten - erste Konturen für Ihr Thema entstehen.

Legen Sie schon jetzt - etwa in Form von Karteikarten oder Aktenordnern - eine "dynamische Projektablage" (9) an, mit der Sie Ideen, Informationen, Fundstellen, Definitionen, zitierfähige Aussagen etc. sammeln.

Spätestens nach der ersten Sachorientierung sollten Sie sich auf den Typ ihrer Diplomarbeit (hermeneutisch / empirisch; großes Thema / mehrere kleine Themen) festlegen.

3. Phase:

Gliederungsentwurf

Entwickeln Sie als Ergebnis der ersten Sachorientierung und mit Hilfe der dynamischen Projektablage einen ersten, flexiblen Gliederungsentwurf, der die einzelnen Facetten des Themas in eine logische Reihenfolge bringt sowie Ober- und Unterpunkte voneinander trennt. Sie bauen so "... ein gedankliches Kraftfeld auf, innerhalb dessen sich die verstreuten Informationspartikel zu klaren Konfigurationen ordnen" (10).
4. Phase:

Zettelmanuskript

Erweitern Sie den Gliederungsentwurf zu einem Zettelmanuskript. Füllen Sie die einzelnen Gliederungspunkte mit konkreten Inhalten, die Sie zunächst noch stichpunktartig oder auch in ersten ausformulierten Sätzen aneinander reihen. Platzieren Sie dabei erste Zitate, und bilden Sie logische Verknüpfungen und Übergänge zwischen einzelnen Gedanken.

Auf diese Weise entsteht ein tragfähiges Gerüst, an dem entlang ein ausformulierter Text entstehen kann.

5. Phase:

Rohfassung

Bei der Rohfassung handelt es sich um die erste durchgängige Textversion der Diplomarbeit. Die einzelnen Kapitel müssen dabei nicht chronologisch von vorne nach hinten geschrieben werden. Beginnen Sie mit dem, was Ihnen am leichtesten von der Hand geht. Oft sind dies kurze, einführende Textpassagen mit eher reproduzierendem Inhalt. Auf diese Weise schaffen Sie ein schnelles Erfolgserlebnis, das sich positiv auf Ihre Schreibmotivation auswirken wird.

Der Schreibstil ist in der Rohfassung von eher untergeordneter Bedeutung. Sie müssen noch nicht die perfekte Formulierung finden; entscheidend ist zunächst, dass Sie Ihre Gedanken in einen durchgängigen Text bringen. Grundsätzlich gilt allerdings schon an dieser Stelle: Vermeiden Sie überlange, übermäßig verschachtelte und unnötig komplizierte Satzkonstruktionen. Solche "Formulierungs-Schwergewichte" führen nicht nur, so Krämer (11), zu "Sprachverstopfung" und "Wortsalat", sie lassen gleichzeitig auch die Leselust schlagartig gegen Null absinken. Was den Schreibstil betrifft, sollten Sie sich getrost an die Weisheit halten: "Weniger ist oft mehr!"

Im Umgang mit Zitaten ist - um unnötige und besonders lästige Nacharbeiten zu verhindern - schon in der Rohfassung größte Sorgfalt geboten, d.h. exakte Wiedergabe von Inhalten, präzise Form der Zitate, korrekte Belege sowie Aufnahme der benutzten Quellen in das Literaturverzeichnis.

Ein Wort zum Schreiben

Schon Schopenhauer stellte fest: "Nichts ist schwerer, als bedeutende Gedanken so auszudrücken, dass jeder sie verstehen muss." Sobald es ans (wissenschaftliche) Schreiben geht, gibt es Probleme. Wer kennt nicht die Angst vor dem leeren Blatt Papier! Walter Krämer (12) bringt das Problem auf einen einfachen Nenner und sendet einen ebenso einfachen wie richtigen Appell: "Der Regelfall ist wohl der, dass man sich mit dem Schreiben quält. ... Hier hilft nur eines: einfach anfangen zu schreiben. Und dann die ersten Seiten wegwerfen." Dieser Lösungsvorschlag ist sicherlich in gewissem Sinne "radikal", und doch ist er richtig und wichtig:

  • mit dem Schreiben muss man - gemäß dem Kästner Wort "Es gibt nichts Gutes außer: Man tut es." - tatsächlich einfach anfangen. Mit dem ersten zu Papier gebrachten Satz brechen bestehende Schreibblockaden nicht selten auf. Es kann Ihnen übrigens über manche Hürde hinweghelfen, wenn Sie für Ihre Arbeit eine kleine Sammlung geeigneter "Eingangsformulierungen" - etwa in Form von handfesten Definitionen, provozierenden Aussagen, wissenschaftlichen Statements oder sonstigen geflügelten Worten - anlegen.
  • gerade zu Beginn einer Arbeit oder dann, wenn größere zeitliche Lücken entstanden sind, muss man sich "einschreiben", d.h. Sie müssen ihren Schreibstil, ihren Schreibrhythmus, die Logik ihrer Gedankengänge erst finden. Krämers Ratschlag "anfangen und wieder wegwerfen" entspricht daher durchaus der Realität des wissenschaftlichen Schreibens.
6. Phase:

Überarbeiten

In der Überarbeitungsphase sollte Ihre Diplomarbeit den inhaltlichen und formalen Feinschliff erhalten.

  • Sie sollten jetzt ihre Formulierungen einer eingehenden Prüfung unterziehen und - soweit nötig - Veränderungen vornehmen.
  • Bringen Sie das Inhaltsverzeichnis auf den aktuellen Stand und fügen Sie - sofern Sie kein automatisches Inhaltsverzeichnis angelegt haben - die richtigen Seitenzahlen ein.
  • Prüfen Sie nochmals Form und Inhalt ihrer Zitate.
  • Prüfen Sie die Vollständigkeit des Literaturverzeichnisses und bringen es in die endgültige Form.
  • Nehmen Sie letzte Formatierungen vor (Schriftgrößen, Seitenzahlen, Absätze, keine Überschriften ohne nachfolgenden Text am Ende einer Seite etc.).
  • Fügen Sie die letzten noch fehlenden Teile (z.B. Erklärung für das Prüfungsamt, Abkürzungsverzeichnis, Internetausdrucke) ein.
7. Phase:

Korrekturlesen

Lassen Sie ihre Diplomarbeit Korrektur lesen. Die Betonung liegt dabei auf "lassen Sie lesen", denn Sie selber werden ihre eigenen Fehler mit hoher Wahrscheinlichkeit übersehen. Wählen Sie am besten eine Person zum Korrekturlesen aus,

  • die Rechtschreibung und Zeichensetzung bestens beherrscht,
  • die inhaltlich nicht zu sehr mit der Materie vertraut ist, um so die Verständlichkeit und Schlüssigkeit ihres Textes zu prüfen.
8. Phase:

Reinschrift

Nehmen Sie nach dem Korrekturlesen die letzten noch notwendigen Verbesserungen und Veränderungen vor. Drucken Sie die Reinschrift nun aus und schauen noch einmal - auch wenn es schwer fällt - durch die ganze Arbeit. Erst nach dieser Endkontrolle sollte Ihre Diplomarbeit kopiert, gebunden und im Prüfungsamt abgegeben werden.

Teile einer Diplomarbeit:

Eine Diplomarbeit besteht aus

1. Titelblatt: auf dem Titelblatt der Diplomarbeit werden das Thema der Arbeit (Titel und - soweit vorhanden - Untertitel), der Status der Arbeit ("Diplomarbeit"), die Hochschule und der Fachbereich, der Verfasser, der Erstgutachter und schließlich der Hochschulort mit Monat und Jahr der Abgabe genannt. (Beispiel für ein Titelblatt)
2. Gliederung: die Gliederung skizziert den inhaltlichen und logischen Aufbau der Arbeit. Die einzelnen Kapitel sollten dabei mit arabischen Ziffern in Hauptabschnitte (= 1. Gliederungsstufe, d.h. 1, 2, 3 usw.) und Unterabschnitte (= weitere Gliederungsstufen, d.h. 2.1, 2.2 und 2.1.1, 2.1.2) eingeteilt werden. Teil der Gliederung sind die Seitenangaben der Kapitel. (Beispiel für eine Gliederung)
3. Einleitung: zur Einleitung gehören die Erläuterung der Fragestellung (was ist Gegenstand und Ziel der Arbeit) sowie die Darstellung und Begründung des Vorgehens (der rote Faden durch die Arbeit).
4. Durchführungsteil: In diesem Hauptteil der Arbeit finden sich alle Ausführungen zum Thema. Inhaltlich gehören dazu u.a. die Definition zentraler Begriffe, die Darstellung von Theorien und Methoden sowie deren Bezug zur eigenen Fragestellung und schließlich ein Transfer in die pädagogische Praxis (zumeist in Form eines konkreten Anwendungsbeispiels).
5. Schlussteil: der Schlussteil fasst zusammen. Dazu gehören ein Rückblick auf die Fragestellung sowie eine Kurzdarstellung der Ergebnisse im Sinne eines Fazits. Darüber hinaus bietet der Schlussteil die Möglichkeit, auf weiterführende Fragestellungen zu verweisen, die im Rahmen der Arbeit nicht  werden konnten.
6. Literaturverzeichnis: zur Diplomarbeit gehört ein vollständiges Quellenverzeichnis.

FAQ

Im Zusammenhang mit Diplomarbeiten tauchen immer wieder die folgenden Fragen auf:

Anmeldung Wann soll eine Diplomarbeit angemeldet werden? - Dies ist eine der am häufigsten gestellten Fragen.

Grundsätzlich ist zum empfehlen: Melden Sie ihre Arbeit nicht zu spät an. Viel zu oft erweist sich der angebliche Vorteil "Zeitgewinn durch späteres Anmelden" bei näherem Hinsehen als ein nicht unerheblicher Nachteil:

  • Das mehr an Zeit hat nicht selten ein mehr an Pausen zur Folge. Dieser Mangel an Kontinuität erfordert immer wieder zusätzlichen Zeitaufwand zum Zurückfinden in das Thema. Häufige und vor allem längere Arbeitsunterbrechungen können darüber hinaus dazu führen, dass der Kontakt zur Arbeit immer weiter zurückgeht und im schlimmsten Fall ganz abbricht.
  • Zusätzliche Zeit führt zu Unentschlossenheit. Statt Entscheidungen konsequent herbeizuführen, werden Argumente hin- und hergeschoben. Zu jeder Position findet sich eine Gegenposition, die den Lauf der Arbeit hemmt.

Sie sollten Ihre Diplomarbeit im günstigsten Fall anmelden, wenn

  • das Thema feststeht und
  • eine erste Sachorientierung erfolgt ist und
  • Sie die wesentliche Literatur gelesen haben und
  • ein Gliederungsentwurf vorliegt

spätestens jedoch, wenn Sie ein Zettelmanuskript angefertigt haben.

Betreuung Wie wird die Diplomarbeit betreut?

Das entscheiden Sie und der Gutachter. Grundsätzlich ist die Diplomarbeit eine Leistung, die Sie selbständig erbringen müssen. Ihr Gutachter sollte am Ende nicht das Gefühl bekommen, er selber habe die Arbeit geschrieben.

Also: dosieren Sie Ihre Erwartungen sowohl an eine inhaltliche wie auch an eine zeitliche Betreuung angemessen. Nicht jeder neue Gedankengang muss mit dem Gutachter besprochen werden, und auch wöchentlich stattfindende, ausgedehnte Beratungen sind nicht wirklich notwendig.

Die folgenden Schritte haben sich als sinnvoll erwiesen:

  • legen Sie zunächst einen Entwurf ihrer Arbeit - zumeist in Form einer kommentierten Gliederung - vor. Dieser Entwurf sollte ausführlich besprochen werden, ist er doch der Leitfaden für das weitere Vorgehen.
  • legen Sie eine Textprobe von ca. 15 Seiten Umfang vor, die sowohl inhaltliche wie auch formale (Umgang mit Zitaten) Teile beinhaltet. Auch diese Textprobe sollte ausführlich besprochen werden. Der Gutachter kann so schon zu einem frühen Zeitpunkt auf grundsätzliche Probleme hinweisen.
  • Suchen Sie vor der Abgabe der Arbeit - und zwar in einem zeitlichen Abstand, der Korrekturen noch möglich macht - ein abschließendes Gespräch mit dem Gutachter.
Literatur Wieviel Literatur wird in einer Diplomarbeit benutzt? Muss man das alles lesen?  Woran erkennt man die wichtigsten Quellen?

Es gibt keine festgeschriebenen Literaturmengen für eine Diplomarbeit. Die Anzahl der benutzten Quellen hängt einerseits vom Thema, andererseits von der Art der Arbeit - ob hermeneutisch oder empirisch - und nicht zuletzt auch vom Betreuer ab. In seinem Klassiker "Uni-Angst und Uni-Bluff" empfiehlt Wolf Wagner (13), bei der Recherche sozusagen mit einem Schleppnetz durch das zum eigenen Thema gehörende Literaturmeer zu gehen, um erstens einen Überblick über den Stand der Literatur zu erhalten und um zweitens zu verhindern, dass zentrale Quellen übersehen werden.

Nicht alle ermittelten Quellen müssen gelesen werden - und wenn, dann auch nicht Wort für Wort. In einem ersten Schritt sollte eine angemessene Literaturauswahl getroffen werden. Oft können ältere Titel - nicht jedoch die sogenannten "Klassiker" - aussortiert werden, wenn ihre Inhalte in neueren Veröffentlichungen verarbeitet wurden. Auf diesem Wege kann eine zunächst eher erschreckende Literaturmenge überschaubare Formen annehmen. Mit den ausgewählten Titeln sollte man nach Wagner (14) zunächst umgehen wie mit einer Illustrierten: durchblättern und nur das zum Lesen herausfiltern, was für die eigene Fragestellung von Bedeutung ist. Michelmann/Michelmann (15) nennen das "planvolles Nicht-Lesen".

Die wichtigsten Quellen können durch die "Methode der konzentrischen Kreise" (16) identifiziert werden. Über das Literaturverzeichnis einer nahezu beliebigen Veröffentlichung zum Thema werden weitere Titel ermittelt. Beim Vergleich der Literaturverzeichnisse untereinander wird sich durch die Häufigkeit der Nennungen die Spreu vom Weizen trennen. Immer wieder benutzte Quellen sind vermutlich grundlegender Natur.

 

 


(1) Rückriem, Georg; Stary, Joachim; Franck, Norbert: Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens. 2., verb. Aufl. Paderborn: Schöningh 1983, S. 86.
(2) Duden. Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten? Ein Leitfaden vom ersten Studiensemester bis zur Promotion. (von Klaus Poenicke) 2. neu bearb. Aufl. Mannheim: Dudenverlag 1988, S. 98.
(3) Rückriem, Georg; Stary, Joachim; Franck, Norbert: Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens. 2., verb. Aufl. Paderborn: Schöningh 1983, S. 86.
(4) Krämer, Walter: Wie schreibe ich eine Seminar- oder Examensarbeit? 2. Aufl. Frankfurt a.M.: Campus 1999, S. 24.
(5) Mager, Robert F.: Lernziele und Unterricht. Unveränderte Neuausgabe nach der Neuausgabe von 1977. Weinheim: Beltz 1994, S. V.
(6) Krämer, Walter: Wie schreibe ich eine Seminar- oder Examensarbeit? 2. Aufl. Frankfurt a.M.: Campus 1999, S. 18.
(7) A.a.O., S. 20.
(8) Steindorf, Gerhard: Pädagogikstudium. Planung und Gestaltung. Bad Heilbrunn Obb.: Julius Klinkhardt 1975, S. 222f.
(9) Vgl. Duden. Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten? Ein Leitfaden vom ersten Studiensemester bis zur Promotion. (von Klaus Poenicke) 2. neu bearb. Aufl. Mannheim: Dudenverlag 1988, S. 87ff.
(10) A.a.O., S. 89.
(11) Vgl. Krämer, Walter: Wie schreibe ich eine Seminar- oder Examensarbeit? 2. Aufl. Frankfurt a.M.: Campus 1999, S. 140ff.
(12) A.a.O., S. 218.
(13) Vgl. Wagner, Wolf: Uni-Angst und Uni-Bluff. Wie studieren und sich nicht verlieren. Durchgesehene und erweiterte Neuauflage. Berlin: Rotbuch Verlag 1979, S. 94.
(14) A.a.O., S. 96.
(15) Michelmann, Rotraud; Michelmann, Walter U.: Effizient und schneller lesen. Mehr Know-how für Zeit- und Informationsgewinn. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch 1998, S. 115.
(16) Vgl. Krämer, Walter: Wie schreibe ich eine Seminar- oder Examensarbeit? 2. Aufl. Frankfurt a.M.: Campus 1999, S. 33ff.