BelegverfahrenIntegrierter BelegBeleg mit FußnoteVerweisungskürzelZeichensetzung

Zeichensetzung im Zusammenhang mit Zitat und Beleg

Mit der Zeichensetzung wird einerseits der Zusammenhang des Belegs zum Zitat kenntlich gemacht, es wird zugleich auch Auskunft über die 'Reichweite' des Belegs gegeben. Während bei wörtlichen Zitaten Klarheit über inhaltliche Aussage und entsprechendem Quellenbeleg durch ihre formale Kennzeichnung hergestellt wird, ist die Zuordnung paraphrasierend wiedergegebener Inhalte zu einem Beleg deutlich schwieriger. Eine oft gestellte Frage lautet: auf welchen Teil des Textes bezieht sich ein Beleg, der mit "vgl." beginnt. Helfen können hier nur inhaltliche Erklärungen oder die Kennzeichnung durch Satzzeichen.
  • In den Textfluss integrierte wörtliche Zitate schließen - auch im Fall mehrerer zusammenhängender Sätze - mit einem Punkt nach dem Beleg. Der Beleg wird damit dem Zitat eindeutig zugeordnet.
Beispiele:
"Medien sind allgegenwärtig" (Müller 2010, S. 3).
"Medien sind allgegenwärtig. Die Nutzungsdauer steigt" (Müller 2010, S. 3).
  • Ergänzung: Schließt der wörtlich zitierte Satz mit einem anderem Zeichen als einem Punkt (z.B. Ausrufe- oder Fragezeichen), wird dieses Zeichen zusätzlich in das Zitat aufgenommen.
Beispiel:
"Sind Medien allgegenwärtig?" (Müller 2010, S. 3).
  • In Blockzitaten, deren Umfang durch die Formatierung gekennzeichnet ist, wird der Beleg nach dem letzten Satzzeichen eingefügt.
Beispiel:
Die Medienlandschaft hat sich geändert.
  Medien sind allgegenwärtig. Die Nutzungsdauer steigt. Viele Forscher sehen in Medien ein erhebliches Risiko. Die Meinungen über Mediengefahren liegen dabei jedoch weit auseinander. (Müller 2010, S. 3)
Medien und Medienwirkungen müssen dringend weiter erforscht werden.
  • In nicht wörtlichen (paraphrasierenden) Zitaten bezieht sich der Beleg auf den letzten Satz, wenn der Beleg durch einen nachfolgenden Punkt in den Satz eingeschlossen wird.

Beispiele:
Medien sind im Alltag nahezu allgegenwärtig (vgl. Müller 2010, S. 3).
Medien sind im Alltag nahezu allgegenwärtig. Ihre Wirkung ist umstritten. Insbesondere zum Zusammenhang gewalthaltiger Computerspiele und realer Gewalt liegen sehr unterschiedliche Forschungsergebnisse vor (vgl. Müller 2010, S. 3).
  • Folgt der Beleg in nicht-wörtlichen Zitaten dem letzten Satzzeichen, liegt er also außerhalb des letzten Satzes, bezieht er sich auf den ganzen Absatz. Das Kürzel "Vgl." wird in diesem Fall groß geschrieben.

Beispiel:
Medien sind im Alltag nahezu allgegenwärtig. Ihre Wirkung ist umstritten. Insbesondere zum Zusammenhang gewalthaltiger Computerspiele und realer Gewalt liegen sehr unterschiedliche Forschungsergebnisse vor. (Vgl. Müller 2010, S. 3)
  • Alternativ bzw. ergänzend empfiehlt sich bei längeren paraphrasierend wiedergegebenen Textpassagen die Kennzeichnung durch einen einleitenden Hinweis.

Beispiele:
Möglichkeiten und Grenzen erlebnispädagogischer Aktivitäten diskutiert Muster (vgl. 2010, S. 35-41) in einer systematischen Gegenüberstellung grundlegender Positionen und Meinungen.
Muster (vgl. 2010, S. 12-15) unterteilt die Funktionen von Spiel in sechs Bereiche.