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Belegverfahren

Ein Beleg - auch 'Quellenbeleg' genannt - ist genau genommen so etwas wie der 'Nachweis' für ein Zitat. Mit Hilfe des Belegs kann ein Leser die benutzte Quelle (Buch, Zeitschrift, Internetseite) und dort insbesondere die genaue Fundstelle des Zitates recherchieren.

Zu einem Kurzbeleg gehören grundsätzlich:

  • der Name (zumeist der Nachname, der nur bei gleichen Namen durch die Initiale des Vornamens, bei Bedarf auch des ganzen Vornamens ergänzt wird)

  • das Erscheinungsjahr (das bei mehreren Veröffentlichungen aus einem Jahr durch Kleinbuchstaben ergänzt wird)

  • die genaue Fundstelle (bei zwei Seiten durch "f.", bei mehreren Seiten durch "ff." gekennzeichnet)

Belegverfahren bezeichnen unterschiedliche Möglichkeiten und Wege, wie das eigentliche Zitat und der Beleg einander - räumlich - zugeordnet werden können. Sie beziehen sich also auf den formalen Zusammenhang zwischen

  • Zitat

  • Quellennachweis

  • Literaturangabe

Konkret geht es um die Frage, an welcher Stelle der wissenschaftlichen Arbeit der genaue Fundort des Zitates und die entsprechende Quelle genannt werden. In Theorie und Praxis wissenschaftlichen Arbeitens finden sich sehr unterschiedliche Vorschläge und Verfahren - ein Umstand, der bei Lernenden oft Irritation und Verunsicherung auslöst.

Nicht zu empfehlen sind Verfahren,

  • die auf ein Quellenverzeichnis verzichten, weil alle benutzten Quellen im Beleg detailliert aufgenommen werden. Ein solches Vorgehen beansprucht sehr viel Platz für die Belege und führt damit zu einer nicht unerheblichen Störung des Leseflusses, es erfordert eine eigentlich unnötige Wiederholung vollständiger bibliographischer Angaben und es bietet keinen Überblick über die in einer wissenschaftlichen Arbeit benutzten Quellen,

  • die Belege in eigenen Anmerkungsapparaten am Ende der Arbeit aufführen. Durch das Hin- und Herblättern zwischen Text und Anmerkungen wird der Lesefluss entschieden gestört,

  • die mit Kürzeln aus Nachnamen und Jahreszahlen (z.B. Mu10 für Muster 2010) arbeiten. Diese Kürzel sind zumeist nicht ausreichend für eine Identifizierung der zitierten Person und erfordern daher einen regelmäßigen Blick in das Quellenverzeichnis.

Zu empfehlen sind Verfahren,

  • die ein mit den Belegen korrespondierendes Quellenverzeichnis aufweisen,

  • die Zitat und Beleg auf einer Seite in einen leicht erschließbaren und übersichtlichen Zusammenhang bringen,

  • die mit dem Beleg einen erkennbaren Hinweis auf Autorinnen und Autoren liefern.

Im Zusammenhang mit den Belegverfahren stößt man immer wieder auf das wenig erfreuliche - weil sehr unterschiedlich dargestellte - Thema der Reduzierung von Quellenangaben durch Gebrauch von Abkürzungen - sogenannten Verweisungskürzeln - wie "a.a.O." und "ebd.".

Wichtig!
Das Belegverfahren und auch der Umgang mit Verweisungskürzeln sollte dringend vor Beginn der Arbeit mit der Themenstellerin bzw. dem Themensteller abgestimmt werden.